Nach einer umfassenden Sanierung erstrahlt das historische Herrenhaus am Rittergutsschloss Taucha in neuem Glanz und empfängt seit Ende Januar Gäste als stilvolle Pension. Unter der engagierten Leitung des Ingenieurs und neuen Eigentümers Hubert Beyer wurde das zuvor verfallene Gebäude mit großer Hingabe und einer klaren Vision zu einer modernen Unterkunft umgestaltet, die den Charme vergangener Jahrhunderte mit zeitgemäßem Komfort verbindet.
„Als wir das Herrenhaus übernommen haben, war es eigentlich eine Ruine. Der Hausschwamm hatte ganze Teile des Gebäudes zerstört, und vom Dach gab es an manchen Stellen kaum noch etwas zu retten“, erinnert sich Hubert Beyer. Er fügt hinzu: „Nach Abbruch und Entkernung haben wir wirklich fast jeden Stein einmal umgedreht und sehr gründlich saniert.“ Die umfassende Renovierung dauerte rund eineinhalb Jahre und umfasste neben Zimmermanns- und Rohbauarbeiten auch energetische Maßnahmen wie eine Innendämmung und eine Luft-Wärme-Pumpe. Aufgrund des Denkmalschutzes war eine Außendämmung nicht erlaubt, weshalb innen ein spezieller Dämmputz von rund 30 Millimetern aufgetragen wurde.
Hubert Beyer möchte nicht verraten, wie viel Geld in das Projekt geflossen ist, doch wer das Gebäude noch von früher kennt, erahnt, dass neben der detailverliebten Planung auch enorme finanzielle Mittel eingesetzt wurden. „Wir haben bewusst historische Details erhalten oder liebevoll rekonstruiert“, erklärt Beyer stolz. So blieb etwa die originale Holztreppe bestehen. Im Treppenhaus wurden Ornamente nach historischen Vorbildern gestaltet. „Das Ornament stammt aus Wandbemalungen, die wir entdeckt haben. Die finden sich nun hier im Haus wieder. Ich finde, diese kleinen Details machen den Charme aus“, ergänzt der Ingenieur.
Sebastian Rösler, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, zeigt sich begeistert über die bisherigen Rückmeldungen der Gäste: „Die Zimmer wurden mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und sind sehr großzügig geschnitten, besonders die Bäder lassen sich wirklich sehen. Unsere Gäste sind regelmäßig überrascht, wie komfortabel und großzügig die Räume sind – kein Vergleich zu üblichen Hotelzimmern.“
Die Pension bietet neun Doppelzimmer, darunter ein rollstuhlgerechtes Zimmer mit eigenem Zugang vom Hof. Apartments mit Wasserkocher und Kaffeemaschine sorgen zusätzlich für Komfort. Seit der Eröffnung Ende Januar erfreut sich die Pension bereits großer Beliebtheit. „An den Veranstaltungswochenenden, etwa während des Ancient Trance Festivals oder der Rocknacht, sind wir bereits jetzt zu etwa 80 Prozent ausgelastet“, freut sich Sebastian Rösler. „Das zeigt uns, dass wir hier etwas geschaffen haben, was Taucha wirklich bereichert.“
Zukünftig plant die Pension eine Zertifizierung als Bett+Bike-Unterkunft, um insbesondere Fahrradtouristen anzusprechen. Noch stehen zwar keine Leihräder bereit, doch aufgrund der Lage sei das Herrenhaus bereits jetzt attraktiv für Radreisende, ergänzt Rösler.
Für Taucha ist die Rettung und Neugestaltung des Herrenhauses ein Glücksfall. Dank des Einsatzes von Hubert Beyer und Sebastian Rösler hat das historische Gebäude wieder einen würdevollen Platz am Eingang zum Schloss-Areal eingenommen und lädt Gäste herzlich ein, ein Stück Geschichte in besonderer Atmosphäre zu erleben.