Vier ehrenamtliche Mitarbeiter der Nabu Regionalgruppe Partheland haben heute die Nistkästen für Mauersegler an der Wohnanlage der Krabbes Unternehmensgruppe erneuert.
Drei Stockwerke fährt der Fahrstuhl nach oben. Dann erwartet Heiko Thonig, Frank Heine, Roland Männel und Frank Jonack noch eine Dachluke. Roland Männel angelt die Klinke daran mit einem langen Ziehhaken. Dann öffnet die Luke mit einem lauten Knarzen und gibt eine Aluminiumtreppe frei. Männel zieht sie aus, dann können er und seine Nabu-Kollegen hinaufsteigen.
Auf dem Dach des Betreuten Wohnens der Krabbes Unternehmensgruppe angekommen, hat man nicht nur einen traumhaften Rundum-Blick über die Sommerfelder und Karl-Große-Straße mit dem Kino Taucha oder der Kita Flohkiste, die aktuell noch erweitert wird, sondern ist auch der Vogelwelt plötzlich ganz nah. Tauben fliegen umher. Eine Dohle stößt ein lautes „schack-schack“ aus. Und einige Stare umkreisen scheinbar neugierig das Haus, auf dem – ganz ungewohnt für die Vögel – die Männer nun zu arbeiten beginnen.
„Wir erneuern heute die Nistkästen für die Mauersegler“, sagt Frank Heine. Er ist bei der Nabu Regionalgruppe Partheland so etwas wie der Vogelkenner. Auch Roland Männel, bekannt vor allem als Tierpfleger des Zoos Leipzig, ist ein absoluter Experte der Vogelwelt. „Mauersegler sind den Schwalben ähnlich, aber eine eigene Gattung“, erklärt er. Während Schwalben ihre Nester an Häusern, Mauervorsprüngen oder vor allem in Nischen bauen, würden die Segler Baumhöhlen bevorzugen. Allerdings gibt es immer weniger solcher Baumhöhlen, weil alte und nicht mehr standsichere Bäume gefällt werden. „Darum muss der Mensch helfen mit solchen Kästen an vorzugsweise hohen Gebäuden“, so Roland Männel weiter.
Vor zehn Jahren waren die Männer schon einmal hier. „Da haben wir die Nistkästen angebracht. Und die wurden sehr gut genutzt“, sagt Heiko Thonig, der in Sichtweite der Wohnanlage sein Haus hat. „Ich freue mich immer, den Mauerseglern zuzusehen, wie sie von unten in die Kästen flogen. Selbst ein Star hat die Kästen genutzt, was eigentlich etwas untypisch ist. Nach zehn Jahren war es nun mal Zeit für neue Vogel-Eigenheime. Die Kästen waren verschlissen, von Wind und Wetter sowie der Nutzung durch die Vögel“, sagt er weiter.
An rund 160 Objekten betreut die Nabu Regionalgruppe Partheland in Nordsachsen solche und ähnliche Nisthilfen. Etwa am Wasserturm in Eilenburg oder an Kirchtürmen, wie in Krostitz. Am Betreuten Wohnen in Taucha können die Mauersegler ab sofort wieder ihre Rückzugsorte beziehen. „Noch ist es aber nicht soweit. Im Mai kommen sie. Aber wenn ich mir die neugierigen Stare da drüben so ansehe, werden die wohl spätestens morgen gucken kommen“, lächelt Heiko Thonig.