Endlich wieder Tauchscher, endlich wieder Festumzug! Ein Bestandteil des Umzugs ist jedes Mal die „Frau Parthe“, in Anlehnung an das Parthebrunnen-Denkmal. Jetzt hat der Heimatverein die diesjährige menschliche „Parthe“ gefunden, die sich im Evakostüm auf dem Wagen präsentiert.
Anita Müller heißt die diesjährige „Frau Parthe“, die beim Festumzug auf dem Wagen des Heimatvereins sitzen und eine Muschel halten wird. Ebenso wie das Denkmal selbst wird die 37-jährige nahezu unbekleidet sein – lediglich ein Slip und graue Farbe bedecken sie. „Wir als Heimatverein fühlen uns der Parthe und auch dem Denkmal verbunden. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung kümmern wir uns ja um die Pflege. Vor einigen Jahren gab es den Anstoß, die Parthe als Bild beim Umzug erscheinen zu lassen. Das hat sich mittlerweile zum Höhepunkt entwickelt und es gäbe tiefe Enttäuschung, wenn wir nicht damit aufwarten würden, das gehört einfach dazu“, sagt der Heimatvereinsvorsitzende Hartmut Nevoigt. Mangels Bewerberinnen musste im Jahr 2014 eine Schaufensterpuppe als Frau Parthe zum Einsatz kommen. Um das zu verhindern, wurde auch in diesem Jahr händeringend ein lebendes Abbild der „Wasserausgießenden“ gesucht.
Gefunden hat der Verein die Tauchaerin Anita Müller über eine Empfehlung. Nachdem sie sich das Okay bei ihrer zehnjährigen Tochter holte, bewarb sie sich. „Ich wollte das schon lange machen, irgendwie hatte ich Lust darauf. Dann kam aber Corona und es fand kein Tauchscher statt. Umso schöner ist es, dass es dieses Jahr klappt“, sagt die Sachbearbeiterin für Retouren beim Arzneimittelgroßhandel Noweda. Angst vor den Blicken der Tauchaer und ihren Gästen hat sie nicht. „Ich werde großzügig mit Farbe eingekleistert, außerdem ist da doch nichts dabei. Insgesamt wird das sicher sehr lustig“, schmunzelt sie. Jetzt kümmert sich der Heimatverein noch um einen männlichen Helfer, der für die Sicherheit der „Frau Parthe“ auf dem Festwagen sorgt. Schließlich kniet sie auf dem Fahrzeug. Traditionell wird das lebende Denkmal darum festgehalten.
Das echte Parthebrunnen-Denkmal soll schon bald wieder sprudeln. Wie 2020 berichtet, ist der Brunnen in keinem guten Zustand . Der Heimatverein und eine örtliche Firma wollen ihn restaurieren und reparieren. Als Ziel wurde jetzt 2024 definiert. Dann will Taucha 1050 Jahre Ersterwähnung feiern.